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Die Arbeitsgruppe A-I3.org
Die Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet (A-I3) ist eine interdisziplinäre Einrichtung, die sich der Problematik des Identitätsmissbrauchs im Internet in allen Erscheinungsformen widmet.
Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe gehört die Koordination und Förderung von Forschungsprojekten im Bereich des Identitätsmissbrauchs im Internet sowie die Information der Fachöffentlichkeit und der breiten Öffentlichkeit über diese Problematik. Außerdem werden Lösungen der Probleme diskutiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Die A-I3 wurde im Mai 2005 von Forschern der Ruhr-Universität Bochum gegründet. Die Gründungsmitglieder sind:
Prof. Dr. Georg Borges, Dipl.-Ing. Sebastian Gajek, Prof. Dr. Jörg Schwenk, Dr. Christoph Wegener und Dipl.-Jurist Dennis Werner.
Die Arbeitsgruppe A-I3.org gibt zahlreiche Tipps im Kampf gegen Phishing und Pharming.
Was ist Phishing?
Phishing umschreibt die Gruppe von
Angriffen, die beabsichtigen mit gefälschten E-Mail Informationen, den
Benutzer auf einen Angreifer-Server zu leiten. Phishing-Mails sehen wie
vertraute Nachrichten aus, beinhalten aber in der Regel trügerische
Hyperlinks, die auf einen falschen Web-Server referenzieren, der die tatsächliche Seite imitiert. Im
Gegensatz zu
Spam nutzen Phishing-Mails ein Vertrauensverhältnis aus, d.h. der
Empfänger glaubt vom eigentlichen Aussteller diese Nachricht erhalten
zu haben. Ursache dieses Angriffs ist eine fehlende
Authentifizierungsmöglichkeit im SMTP Protokoll, so dass die E-Mail
Header
manipuliert werden können, und der Angreifer Nachrichten unter falschen
Namen
verschicken kann.
Phishing gibt es bislang in unterschiedlichen Ausprägungen, die in fünf Angriffsebenen kategorisiert werden können:
| Level 0
Benutzer erhält vertraute E-Mail mit Formularfeldern zur Eingabe seiner persönlichen Daten
Level 1
Benutzer erhält vertraute E-Mail, die zu einer gefälschten Seite führt, die nicht dem Original gleicht
Level 2
Benutzer erhält vertraute E-Mail, die zu einer gefälschten Seite führt, die dem Original gleicht
Level 3
Benutzer erhält vertraute E-Mail, die zu einer gefälschten Seite führt, die dem Original gleicht und die GUI nachbildet
Level 4
Benutzer erhält vertraute E-Mail, die Malware (z.B. Trojaner, Würmer, Viren) enthält | Eine
Phishing E-Mail ist allein nicht schädlich (außer sie beinhaltet
bösartigen Anhang, Level 4). Der Schaden tritt erst in Kombination mit
einem Visual Spoofing Angriff auf. Befindet sich der Benutzer
einmal auf der falschen Web-Seite, so können seine privaten Daten, wie
z.B. Benutzername, Passwort oder Kontonummer belauscht werden.
Die
oben genannte Definition von Phishing kann um ein Schema erweitert
werden, so dass auch neue Varianten des Phishings (z.B. Pharming)
erfasst werden. Eine verallgemeinerte Definition von Phishing sei dann:
Phishing
ist eine moderne Form des Trickbetruges (im Internet), die unter
Ausnutzung eines vorgetäuschten Vertrauensverhältnisses dem Benutzer
suggeriert, er kommuniziere mit einem gewünschten Dienst und mittels
einer authentischen Applikation.
Dadurch ergibt sich ein
Angriffsschema, das aus zwei elementaren Phasen besteht. In der
ersten Phase wird der Benutzer auf eine gefälschte Web-Seite gelockt,
diese Phase wird als Trägerphase bezeichnet. Die
zweite Phase ist der tatsächliche Angriff; der Benutzer befindet sich
auf der gefälschten Web-Seite und gibt unwissentlich seine persönlichen
Daten an den Angreifer weiter. Die Phase wird als Täuschungphase bezeichnet. Es ist zu betonen, dass nicht nur der Inhalt einer
Web-Seite nachgebildet werden kann, sondern unter Umständen auch Teile
des User Interfaces eines Web-Browsers, die die eigentlichen
Verbindungs- und Sicherheitsinformationen kaschieren. Wie weit des Maß
der Fälschung reicht, hängt vom Angreifer ab.
Berücksichtigt man das oben erwähnte Angriffsschema, so sind beispielsweise folgende
Angriffstechniken möglich:
| Trägerphase
- E-Mail Spoofing/Scam (Auch als Phishing-Mail bekannt.)
-
URL Obfuscation (Verschleierung der URL)
-
Homographische
Attacken (Gebrauch von Internationale Domain Namen, so dass der
Benutzer einen vermeintlich echten Domain Namen glaubt zu sehen)
-
Cross-Site-Scripting
-
DNS Spoofing (Fälschung von DNS-Einträgen, auch als Pharming bezeichnet, Auflösung von Domain Namen IP-Adressen)
-
ARP Spoofing (ähnlich DNS-Spoofing, Fälschung von ARP-Tabellen, Auflösung von MAC IP-Adressen.)
| Täuschungsphase - Frame
Spoofing (Nur ein Teil des Web Browser, genauer Frame, wird
nachgebildet. Die Verbindungs- und Sicherheitsindikatoren des User
Interfaces bleiben unberücksichtigt)
- Visual Spoofing (Neue
Variante des Web Spoofings mit Fokus auf Fälschung der
Sicherheitsindikatoren. Der Benutzer glaubt in einer SSL-Umgebung zu
sein.)
- Doppelgänger Window Attack (Nachbildung eines
Applikations-Fensters, das zur Authentifikation eines Benutzers
auffordert, um Zugang zum WLAN zu erlangen.)
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Phishing ist ein moderner Internetangriff, der bekannte Angriffstechniken neu
kombiniert. Diese Techniken nutzen hauptsächlich Altlasten des Internets
aus, wo durch sie schwierig zu kontrollieren sind. Schlussfolgernd kann
zusammengefasst werden, dass aufgrund dieser modularen Struktur von
Phishing-Angriffen, es schwierig sein wird, alle Varianten des
Phishings mit einer einzigen Gegenmaßnahmen abzudecken. Viel mehr ist es
sinnvoll, Sicherheitsmaßnahmen auf die einzelne, oben beschriebenen Phasen zu beziehen.
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Was ist Pharming?
Als Pharming ( oder auch DNS-Spoofing )
bezeichnet man eine Attacke, bei der ein Angreifer die IP Adresse eines
bekannten Domain Namen durch seine eigene ersetzt. Voraussetzung ist
der Zugang zu einem DNS Server eines Providers. Alle Anfragen an diese
Domain werden nun an die gefälschte IP Adresse weitergeleitet. Hinter
dieser IP Adresse verbergen sich oft gefälschte Webseiten der
Original-Domain, die den Nutzer dazu verleiten, seine Benutzerdaten und
Passwörter einzugeben.
Das
Pharming ist daher eine sehr effektive Möglichkeit, um Internetnutzer
auf gefälschte Seiten zu leiten und dort eine Phishing Attacke
durchzuführen. Der Erfolg des Angreifers wird signifikant verbessert,
weil er gezielt Dienste umleiten kann und von keiner
Benutzerinteraktivität abgängig ist. Im Vergleich zu Phishing ist er
nicht angewiesen, dass Benutzer auf gefälschte E-Mails reagieren. Auch
die manuelle Eingabe der URL hilft dem Benutzer nicht, sich vor diesen
Angriffen zu schützen. Sie laufen auf rein technischer Ebene ab: Der
Angreifer kompromittiert die Infrastruktur des Internets.
Weil
das Internet aus einer (baumartigen) Hierarchie von Domain Name
Services (DNS) besteht, stehen dem Angreifer eine Vielzahl von Knoten
zur
Verfügung, die er kompromittieren kann. Man kann sich den Angriff so
vorstellen, dass im Straßenverkehr die Beschilderung durch den
Angreifer verändert wurde, so dass ein Autofahrer glaubt, er fährt in
die richtige Richtung, obwohl er in die falsche gelenkt wurde. Ein
Domain Name Server würde die Aufgaben eines Straßenschildes erfüllen.
Die
Ursachen für Pharming-Angriffe sind Schwachstellen in DNS-Servern,
welche z.B. nicht ausreichend geschützt sind oder Fehler in der
DNS-Software (z.B. BIND) haben. Als Schutzmaßnahme hilft hier nur die
Empfehlung an
DNS-Administratoren, ihre zu wartenden Server ausreichend zu schützen
und die aktuellste DNS-Software zu nutzen.
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Quelle: A-I3.org
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